Ein neuer Tag bricht an und es gilt Bilanz zu ziehen. Die Bilanz wie gut oder eben nicht das diesjährige Sonnwendfeuer war. Zusammenfassend lässt sich jetzt schoneinmal sagen: Alkohol, Frauen, Feuer und Essen ist eine delikate Mischung, die es nicht zu verachten gilt.
Kommen wir aber nun zum Ausführlichen Bericht der gestrigen Nacht, mit ernüchterndem Schreibstyle.
Offizieller Start des Feuers war um 20:00, es war zwar noch hell und das Feuer daher logischerweise nicht an, jedoch gab es schonmal etwas zu essen: Den Feuerwehr-Döner. Dieser bestand aus einem Stück Fleisch (ich vermute das es eine Art Schweinebraten ist oder Kassler, dafür ist es aber dann doch zu mager) in einem Pita ähnlichem Brot. Dazu konnte man sich nun wahlweise einen Klacks Zaziki draufklatschen, gefolgt von Zwiebeln, Tomaten und Salat. Hört sich normal an und schmeckt auch nicht gerade irgendwie Spezial, aber die richtige Dosierung des Zaziki’s machte es eben aus, da dieses sehr scharf war.
Um mit gut gesättigtem Magen am Feuer durchstarten zu können ging ich auch schonmal ab 20:00 hin, gerade mal 3 Bänke waren gut besetzt von ca. 10. Der Holzberg sah heuer auch nicht gerade besonders aus, in den Jahren davor war er immer Höher und Spitzer, dieses Jahr war er eher kläglich und eher breiter. Wie die Zeit doch vergeht, auch wenn es sich doch immer wieder idiotisch anhört, früher war alles besser.
Nachdem ich fertig war mit Essen schaute ich mich etwas um: Keine Dorfjugend, nur kleine Kinder, Shit. Also ab aufs Mofa und zu nem Freund hingefahren. Leider hier auch Ernüchterung: Kein Freund, nur das Auto weg, Shit. Bisher sah es also alles in allem danach aus: Der Abend wird doch nicht so toll.
Zurück am Feuerplatz ließ ich mich von meiner Tante erstmal auf einen 2ten Döner einladen, wenn man Verwandte hat darf man doch wohl auch gebrauch von ihnen machen, oder? So verging die Zeit und man trank sich mit 2 Hellen warm und sah Kindern bei „ihren“ Vorbereitungen zu: Jedes Jahr war es auch so, dass die Kinder ein kleines Feuer hatten, meist bestehend aus Karton, Stroh und Holz, so auch heute. Bevor sie aber nun das alles entzünden konnten, fuhren sie noch mit den Fahrrädern umher, ich schloss mich mit dem Mofa an. Doch schon nach gut 10 Minuten gab es ein Problem: Der Tank ging zur Neige und ich musste auf Reserve umschalten, was auch soviel heißt wie ab zur Tanke, ein Blick auf die Uhr verriet mir aber: Ich hatte nur noch 13 Minuten, es war 20:47, um 21:00 macht die Tanke zu. Maybe i’ll give it at try, also den Bock wieder angemacht und mit 45 km/h zum Auftanken, als ich ankam hatte ich sogar noch 10 Minuten.
Für insgesamt 5,10 €uro getankt und einem Benzin-Super-Öl Gemisch im Tank ging es zurück zum Fest, dort waren alle schon daran das Feuer zu entzünden. Komischerweise gab es dieses Jahr keinen Fackellauf wo die Kinder einmal nen Rundweg um das Dorf gehen und dann mit Fackeln den ganzen Haufen anzündeten. Okay, würde ich am Bushäuschen zum Lauf starten und 1,5 km um das Dorf rennen um das Feuer zu entzünden anstatt 100 Meter in die andere Richtung zum Feuer zu laufen, wäre es doch wohl klar welche Option man bevorzugt. Leider gab es Probleme beim Anzünden, wir hatten keinen Beschleuniger, doch auch dafür gab es eine aktzebtaple Lösung: Etwas Benzin-Gemisch aus meinem Tank half aus, ca. 0,3 l reichten dann schon gut, das Feuer brannte, die Party ging richtig los und ich konnte behaupten etwas zum Feuerhaufen beigetragen zu haben.
Ab diesem Zeitpunkt war meine einzige Beschäftigung: Rotweinbole trinken und am Feuer sitzen. Hört sich zwar ziemlich unspektakulär an, war es aber nicht, da es durchaus Spaß machte, einfach am Feuer zu sitzen und sich ab und an mit einem zu unterhalten.
Um ca. 00:00 startete ich noch einen Versuch meinem Kumpel dazu zu bewegen ans Wendefeuer zu kommen, bei meinem ersten Versuch war er Essen wie ich erfuhr. Mein Versuch schlug logischerweise fehl, da er keinen Bock hatte vor zu gehen wo sich nur Leute Betrinken und Scheiße labern, nach seiner Aussage. Okay, das sagt also jemand der selber eine Party veranstalten will, seh ich ein? Mein einziger Gedanke war dann nur noch: Kay, dann soll er vor seinem Computer versauern, denn selbst als ich um 01:35 nocheinmal bei ihm vorbeischaute (laut seiner Aussage wäre er mit Onlineradio senden dann fertig), weigerte er sich mit der Aussage: „Ich send jetzt noch bis 03:10, hab einiges an Wünschen bekommen“.
Woat?! Wait a damn second! Welche hirnlosen Computerakrobaten sitzen noch um 01:35 am Rechner, hören Onlineradio und wünschen sich dann Songs. Und überhaupt müssen das ja mindestens 20 gewesen sein, wenn jeder Techno-Track 5 Minuten dauert und jeder sich einen wünscht, sind das insgesamt 100 Minuten, sprich 1 Stunde und 40 Minuten, was von 01:35 aus gesehen dann bis zu 03:15 dauert. Ja, ich hab es ausgerechnet.
So, fuck him! Wenn er selbst mit seiner Ex noch in MSN schreibt wie scheiße er das ganze Feuer findet und letztes Jahr sowieso nicht hin wollte, dann soll er doch machen was er will. Aber okay, hier versteh ich ihn, das er letztes Jahr nicht hin wollte mit seiner Freundin, das lag an „voluminösen Gründen“ *hust*.
Um 02:05 befand ich mich schliesslich daheim und legte mich ins Bett.
Am nächsten Tag begann mein erstes Erwachen um 07:45 und ein erfolgreich vereitelter Versuch an meinen Computer zu gehen, dank meiner Mutter. Erst um 09:35 duschte ich mich schliesslich, frühstückte und fuhr den Rechner hoch. Im Internet fanden sich auch zahlreiche Spuren von dem Aufenthalt bei meinem Kumpel: So hatte ich im neXGam.de-Forum zahlreiche wirre Messages hinterlegt, die hauptsächlich mit Lobpreisungen der Bole, Rechtschreib- und Tippfehlern gespickt waren.
Auch der „Mein Bruder weiß nicht wo was ist“-Freundin hatte ich was geschrieben, was ebenso aus wirren Buchstabenanordnungen bestand. Sie äußerte sich auf meine Unterstellungen so (Original-Ton): „[...] ich war gestern kurz da, war total äöde und dann bin ich aufs burgfest.. [...]„. Okay, i got it.
Wann soll sie bitte aufgetaucht sein? Ich war nahezu immer am Sonnwendfeuer und selbst wenn sie nach 02:00 gekommen ist: Dann ist es natürlich öde oder sie will einfach nicht mit den anderen reden. Aber um ganz sicher zu gehen: Einfach heute mal die Dorfjugend fragen ob sie da ist und die Gleichung ist gelöst. Denn irgendwie bezweifel ich stark das sie wirklich da war.
@ Update: Nach ihrer Aussage war sie um 21:00 für 5 Minuten da.
Hab mal ein paar Freunde von mir gefragt, keiner hat sie gesehen. Ja, was da wohl jetzt nicht stimmen kann?
Alles in allem, kann ich jetzt sagen: Es war schön und genial, auch wenn manche nicht kommen wollten. Manchmal ist das Leben hart, aber zum Glück gibt es Dorffeste an dennen man entspannen kann, sich den Sorgen und den Paranoia entfliehen kann sowie einfach mal gar nicht weiter an die Zukunft denkt:
What will be next? Fuck that Question!
In diesem Sinne, allen einen frohen Johannistag bzw. Sonnwendfeuertag.
Written by and © by Florian Hecht (2009)





